Lina und Helena gehen in die 10. Klasse am Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasium in Weinheim. Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik – kurz MINT – machen beiden Mädchen Spaß. Dennoch sind sich die Schülerinnen noch nicht sicher, welcher Beruf oder welches Studium später wirklich zu ihnen passen könnte. Neugierig wurden sie, als ihr Lehrer die Klasse über das MINT5-Praktikum in den Osterferien informierte.
Hinter dem MINT5-Praktikum steht das Netzwerk Ausbildung der Unternehmen Freudenberg, Heidelberger Druckmaschinen, John Deere, MVV Energie und Roche Diagnostics. Seit inzwischen elf Jahren ermöglicht das Format Schülerinnen und Schülern ab Klasse neun, in den Osterferien praktische Einblicke in technische und naturwissenschaftliche Ausbildungsberufe sowie duale Studiengänge zu erhalten. Das Besondere: Innerhalb von fünf Tagen lernen die Jugendlichen fünf unterschiedliche Unternehmen kennen.
In diesem Jahr lag der Schwerpunkt bei Roche Diagnostics in Mannheim auf den IHK-Berufen Mechatroniker und Pharmakant. Die Heidelberger Druckmaschinen in Wiesloch rückten den Elektroniker für Geräte und Systeme sowie den Studiengang Data Science & KI in den Mittelpunkt. Bei Firma John Deere in Mannheim drehte sich alles um den Ausbildungsberuf KFZ-Mechatroniker und den dualen Studiengang Mechatronik. Den IHK-Beruf Anlagenmechatroniker und den dualen Studiengang Energiewirtschaft hoben die MVV Mannheim hervor und das Team des Bildungszentrums der Freudenberg-Gruppe in Weinheim stellte den IHK-Ausbildungsberuf Elektroniker für Betriebstechnik und den dualen Studiengang Wirtschaftsinformatik vor.
Berufe kennenlernen und selbst ausprobieren
Für die insgesamt 20 teilnehmenden Schülerinnen und Schüler – darunter auch Lina und Helena – startete das MINT5-Praktikum am 1. April bei Freudenberg. Nach einer Unternehmenspräsentation wurden der Ausbildungsberuf Elektroniker für Betriebstechnik sowie der duale Studiengang Wirtschaftsinformatik vorgestellt.
Anschließend ging es für einen Teil der Praktikantinnen und Praktikanten in der Elektroausbildung ans Praxisarbeiten. Im Fokus standen unterschiedliche Arten von Steuerungen: der Tipp-Betrieb (Ein-Aus-Schaltfunktion), Schaltungen in Selbsthaltung sowie Folgeschaltungen. Nachdem die Jugendlichen die Schaltpläne vervollständigt hatten, ging es an die praktische Ausführung. Auszubildende des ersten und zweiten Lehrjahres unterstützten dabei ihre Ausbilder und gaben hilfreiche Tipps, damit die Aufgaben erfolgreich gelöst werden konnten.
Zusätzlich kam das Lernsystem Tec2Screen zum Einsatz. Über eine Lern-App auf dem Tablet wurden die Lösungseingaben virtuell simuliert und die Jugendlichen konnten direkt überprüfen, ob die Schaltungen korrekt verbunden waren.
Parallel dazu fertigte die zweite Gruppe in der Metallausbildung ein „Mensch-ärger-dich-nicht“-Spiel. Dabei lernten die Schülerinnen und Schüler nicht nur technische Zeichnungen zu lesen, sondern auch verschiedene Materialien wie Stahl, Messing, Aluminium und Kupfer für das Spielebrett und die Spielfiguren zu bearbeiten.
Lina und Helena hat der erste Tag ihres Praktikums sehr gut gefallen. „Die praktischen Aufgaben und Arbeiten zeigen viel anschaulicher, worum es geht und ob sie mir Spaß machen“, sind sich die beiden einig. Neugierig sind die Mädchen nun auf die nächsten Tage in den übrigen vier Unternehmen.
Am 9. April erhielt eine zweite Gruppe mit 20 Schülerinnen und Schüler theoretische und praktische Einblicke in die Ausbildung bei Freudenberg in Weinheim.
Dass sich dieses Engagement auszahlt, bestätigt auch Wilhelm Schüttler, Leiter der Technischen Ausbildung: „Wer in den Schulferien ein freiwilliges Praktikum macht, zeigt meist ein großes persönliches Interesse.“ Aus dem Kreis der MINT5-Praktikanten sind bereits mehrfach qualifizierte Bewerbungen und spätere Auszubildende hervorgegangen.
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Was macht ein Elektroniker*in für Betriebstechnik?
Elektroniker*in für Betriebstechnik montieren Systeme und Anlagen der Energieversorgung, Mess-, Steuer-, Kommunikations- und Antrieb- sowie Gebäudetechnik. Sie nehmen sie in Betrieb und sorgen für die reibungslose Betreibung durch Instandhaltung und Reparatur. Neben der technischen Arbeit gehören auch Aufgaben wie das Programmieren und Konfigurieren der Systeme zur Tätigkeit.
Wirtschaftsinformatik
Der Studiengang Wirtschaftsinformatik verbindet Informatik und BWL. Er beinhaltet Softwareentwicklung, Datenbanken, IT-Management und digitale Technologien sowie betriebswirtschaftliche Zusammenhänge, um technologische Lösungen auch in Hinblick auf ihre Wirtschaftlichkeit zu bewerten und umzusetzen.








