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Für ein faires und demokratisches Miteinander

Workshop im Bildungszentrum gibt Impulse zu Demokratie, Mitbestimmung und Verantwortung

Nach der guten Resonanz der ersten Veranstaltung „Zukunft gestalten – Freudenbergimpulse für ein faires und demokratisches Miteinander“ im Juni dieses Jahres führte das Bildungszentrum in Weinheim den Demokratie-Workshop am 30. September 2026 für die Berufsstarterinnen und Berufsstarter der technischen Ausbildung und dualen Studiengänge erneut durch. 

Auch diesmal konnte mit Prof. Dr. Havva Engin vom Heidelberger Zentrum für Migrationsforschung und Transkulturelle Pädagogik an der Pädagogischen Hochschule Heidelberg eine Expertin für den Workshop gewonnen werden. 

Raúl González, Leiter des Bildungszentrums, begrüßte die rund 100 Jugendlichen und suchte direkt den Dialog mit ihnen. Dabei zeigte sich schnell, dass die Teilnehmenden sehr genau wissen, worin sich Demokratie und Diktatur unterscheiden. Ebenso waren sie sich der Bedeutung bewusst, die das Recht auf freie Meinungsäußerung sowie die Werte Gleichbehandlung, Toleranz und Akzeptanz für eine demokratische Gesellschaft haben.

González spannte den Bogen von der Bedeutung der Demokratie für die Gesellschaft hin zu ihrer Relevanz für Unternehmen. Vielfalt, das Einbringen unterschiedlicher Perspektiven und die Möglichkeit, Ideen frei zu äußern, schaffen ein Umfeld, in dem sich Menschen wohlfühlen. Daraus entstehen Innovationen sowie die Weiterentwicklung von Produkten und Dienstleistungen. 

Prof. Dr. Havva Engin berichtete aus ihrer wissenschaftlichen Arbeit und Forschung, dass viele Kinder und Jugendliche mit Sorgen in die Zukunft blicken. Anhand von Statistiken zu den vergangenen Landtagswahlen zeigte sie auf, dass Politikverdrossenheit auch unter wahlberechtigten jungen Menschen verbreitet ist. Umso wichtiger sei es, dass Erwachsene und Entscheidungsträger jungen Menschen zuhören und sie dazu befähigen, Informationen kritisch zu hinterfragen, Quellen auf ihre Glaubwürdigkeit zu prüfen und Aussagen einzuordnen. Auf dieser Grundlage könnten sie eigene Schlüsse ziehen und verantwortungsbewusst handeln. 

In neun Arbeitsgruppen diskutierten die Jugendlichen ihre Schwerpunkte zu den Themen gesellschaftliche Verantwortung, persönliche Haltung und Engagement sowie Demokratie und Teilhabe im Unternehmen. Unterstützt wurden sie dabei von Auszubildenden und Studierenden des zweiten Ausbildungsjahres, die die Gruppen moderierten.

Struktur, Respekt und ehrenamtliches Engagement seien wichtige Voraussetzungen für ein demokratisches Miteinander, präsentierte eine der Gruppen ihre Ergebnisse. Hilfsbereitschaft, Toleranz und Gleichberechtigung gehörten ebenso dazu wie die freie Meinungsäußerung und die Übernahme von Verantwortung. Dies zeige sich etwa in der gegenseitigen Unterstützung unter den Auszubildenden und Studierenden, im Engagement in der JAV (Jugend- und Auszubildendenvertretung) oder darin, mit gutem Beispiel voranzugehen. Demokratie beginne bei jeder und jedem Einzelnen und wirke weit über das eigene Unternehmen hinaus in die Gesellschaft, ergänzten die anderen Gruppen. 

Martin Bechtold (Technische Ausbildung/ Digitalisierung), der für die Organisation und Durchführung verantwortlich war, fasste gemeinsam mit Prof. Dr. Havva Engin die Beiträge zusammen: „Veränderungen beginnen nicht bei den anderen, sondern bei uns selbst. Schreibt Wertschätzung groß und bringt euch durch aktive Teilhabe ein.“

Raúl González, Leiter Bildungszentrum, im Dialog mit den technischen Auszubildenen und Studierenden im ersten Lehrjahr.

Prof. Dr. Havva Engin von der Pädagogischen Hochschule Heidelberg präsentierte unter anderem die Shell Jugendstudie mit Daten zu Lebenszielen und Werten sowie den Erwartungen von Jugendlichen zwischen 12 und 25 Jahren an die Berufstätigkeit.

In den einzelnen Gruppen setzten sich die Jugendlichen mit den Themen gesellschaftliche Verantwortung, persönliche Haltung und Engagement sowie Demokratie und Teilhabe im Unternehmen auseinander. (Fotos: A. Jemmings)