Am Samstag, den 15. November 2025, fand im Industriepark Weinheim eine groß angelegte Einsatzübung statt. Ziel dieser komplexen Gefahrgut-Übung mit mehreren Verletzten war es, die Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen Hilfsorganisationen unter realistischen Bedingungen zu testen und zu überprüfen. Der geplante Übungsbeginn verzögerte sich aufgrund eines Realeinsatzes mit Rauchentwicklung in einem Schaltraum.
An der Übung beteiligten sich die Werkfeuerwehr Freudenberg, der Arbeitsmedizinische Dienst Freudenberg, die Freiwillige Feuerwehr Weinheim, das Deutsche Rote Kreuz Weinheim sowie die Johanniter-Unfallhilfe Mannheim. Insgesamt nahmen rund 150 Personen teil, darunter etwa 120 aktive Übungsteilnehmer und Beobachter sowie 30 Statisten. Die Übung erstreckte sich über den Industriepark, sodass während der Durchführung mit einem erhöhten Aufkommen von Einsatzfahrzeugen zu rechnen war. Die Anwohner wurden vorab durch die Presse informiert.
Ausgangslage und Szenario
Das Übungsszenario simulierte eine Undichtigkeit an der Säureumpumpstation. Die austretende Säure verdampfte und bildete Aerosole, die durch den Wind verweht wurden. In unmittelbarer Nähe befanden sich Mitarbeitende auf einer Baustelle, zusätzlich hielten sich mehrere Personen im benachbarten Gebäude auf.
Das Übungsszenario führte zu leicht, mittel und schwerverletzen Personen. Darüber hinaus gab es eine unbekannte Anzahl von Personen, die unverletzt blieben, jedoch Betreuung benötigten, da sie das Ereignis miterlebt hatten.
Ablauf der Übung
Die Notruf- und Serviceleitstelle wurde durch das Absetzen des Notrufes durch einen Übungsteilnehmer über das Ereignis informiert, woraufhin umgehend interne und externe Einsatzkräfte alarmiert wurden. Die externen Kräfte standen an Tor 2 bereit, rückten aber erst zeitlich versetzt an die Einsatzstelle vor, um die definierte Verzögerung des Eintreffens zu simulieren.
Die Werkfeuerwehr Freudenberg übernahm gemeinsam mit der Feuerwehr Weinheim die Menschenrettung aus dem Gefahrenbereich und führte eine Sofortdekontamination durch, indem kontaminierte Personen mit Wasser dekontaminiert wurden. Danach begannen die Einsatzkräfte mit der Eindämmung der Gefahr: Die beschädigte Rohrleitung wurde abgedichtet, und austretende Aerosole mit Wasser aus Wasserwerfern niedergeschlagen.
Der Arbeitsmedizinische Dienst verschaffte sich zunächst einen umfassenden Überblick über die Lage und die Anzahl der Verletzten. Anschließend begann die Sichtung und Priorisierung der geretteten Patienten, um festzulegen, welche Personen vorrangig ins Krankenhaus transportiert werden müssen.
Parallel dazu richtete ein Mitarbeiter des Arbeitsmedizinischen Dienstes einen Bereitstellungsraum für nachrückende Rettungsmittel ein, um einen schnellen Abtransport der Schwerverletzten sicherzustellen. Nach Eintreffen weiterer Rettungsmittel wurde eine erste Patientenablage eingerichtet, in der die Verletzten mit den dringendsten Maßnahmen versorgt und für den Transport vorbereitet wurden.
Mit dem Eintreffen der Kräfte des Bevölkerungsschutzes, des Deutschen Roten Kreuzes und der Johanniter-Unfallhilfe übernahm die Sanitätseinheit den Aufbau einer strukturierten Patientenablage. Ziel war es, die bereits gebundenen Rettungsmittel zu entlasten und den Abtransport der Patienten so effizient wie möglich zu gestalten.
Die Betreuungseinheit unterstützte den Arbeitsmedizinische Dienst zusätzlich in der Ambulanz Bau 20 bei der Versorgung und Betreuung von Betroffenen. Diese wurden zeitnah von der Einsatzstelle dorthin gebracht, um eine angemessene Betreuung sicherzustellen.
Ziele und Erkenntnisse
Die Übung verfolgte mehrere zentrale Ziele: Zum einen sollte überprüft werden, ob die vorgeplanten Maßnahmen in einem realistischen Szenario greifen und funktionieren. Zum anderen stand die Verbesserung der Zusammenarbeit zwischen den beteiligten Organisationen im Vordergrund. Die Übung bot allen Beteiligten die Möglichkeit, ihre Kenntnisse zu vertiefen, die Abläufe zu trainieren und wertvolle Erfahrungen zu sammeln. Besonderes Augenmerk lag auf der Koordination von begrenzten Ressourcen und der schnellen Priorisierung von Maßnahmen, um die bestmögliche Versorgung der Verletzten sicherzustellen.
Darüber hinaus diente die Übung dazu, die Einsatzkräfte für die besonderen Herausforderungen eines Gefahrgut-Einsatzes mit Verletzten zu sensibilisieren und die Handhabung des vorhandenen Materials zu üben. Die gewonnenen Erkenntnisse sollen genutzt werden, um Prozesse weiter zu optimieren. Geplant ist, die Ergebnisse der Übung auszuwerten und in zukünftige Trainingsmaßnahmen einfließen zu lassen.
Die Einsatzübung im Industriepark Weinheim hat die Bedeutung klarer Kommunikation, strukturierter Abläufe und enger Abstimmung aller beteiligten Organisationen unterstrichen.
Wir danken allen Beteiligten, die die Übung ermöglicht und durchgeführt haben!
Freudenberg Service KG
KONTAKT
Christian Schäfer
Leiter Brandschutz
Christian.Schaefer@freudenberg.com









